Flieger - Hanspeter

De Havilland D.H.2.

 
De Havilland D.H.2

Der Doppeldecker – Aufklärer D.H.2 wurde von Geoffrey De Havilland entwickelt, nachdem er 1914 zur Aircraft Manufacturing Co. Ltd (Airco) gewechselt hat. Seit 1910 hatte er umfassende Erfahrungen im Flugzeugbau gesammelt, als er während seiner Zeit bei der Royal Aircraft Factory in Farnborough, dem Geburtsort der Britischen Luftfahrt, an der Konstruktion der Typen S.E.1, B.E.1, B.E2, F.E.2 und B.S.1 mitarbeitete.

1914 gab es kein funktionierendes Unterbrechergetriebe, das es den Kanonen ermöglichte, durch den rotierenden Propeller zu feuern.

Um die D.H.2 mit einer nach vorne feuernde Kanone ausstatten zu können, war es daher notwendig, im hinteren Teil des Rumpfes einen Druckpropellerantrieb zu verwenden. Der erste D.H.2 – Prototyp wurde Frühsommer des Jahres 1915 fertiggestellt und im Juli an die 5.Staffel des Royal Flying Corps in Frankreich zur Einsatzbewertung übergegeben.

Unglücklicherweise ging diese Maschine am
9.August hinter den deutschen Linien verloren. Die Erbeuter brauchten viele Monate, um die wahre Identität dieses Flugzeugs herauszufinden; zunächst hielt man es für eine Maschine vom Typ Vickers.

Die Produktion der D.H.2 für das RFC begann Ende 1915. Die 11. und 18.Staffel in Frankreich erhielten einige Maschinen im Dezember, die 5.Staffel dann weitere im Januar 1916.

Von Beginn an erwies sich die D.H.2 als der deutschen Fokker Eindeckern und vielen anderen damals im Einsatz befindlichen Baumustern überlegen, die sich nun ernsthaften Angriffen ausgesetzt sahen.

Die 24. Staffel erhielt ihre ersten D.H. 2 ab Januar 1916 und verbuchte den ersten grossen Sieg im April.

In 774 Kampfeinsätzen zwischen dem 8.April 1916 und dem 25. Mai 1917 zerstörten oder beschlagnahmten ihre D.H.2-Maschinen 44 deutsche Flugzeuge und zwangen viele weitere zur Landung.

Zwei weitere RFC-Einheiten, nämlich die 29. und die 32. Staffel, kamen 1916 mit diesem Flugzeugtyp nach Frankreich. Auch sie erzielten hohe Abschussquoten. Doch Ende 1916 wurde die D.H.2 von den schnelleren und besser bewaffneten deutschen Maschinen vom Typ Albatros D.1 und D.2 überflügelt.

Die D.H.2 war nicht sehr schnell. Ihre Höchstgeschwindigkeit lag bei 150 km/h in einer Flughöhe von 1.522 Metern, und im Sturzflug war sie zu langsam. Der standartmässige 100- PS- Gnôme- Monosoupape – Kreiskolbenmotor war nicht sehr zuverlässig und der versuchsweise Einbau des 110-PS-Le-Rhône-Motors brachte auch keine Leistungsverbesserung.

Das beweglich installierte 7,69-mm-Lewis-Maschinengewehr im Bug war umständlich zu bedienen. Doch auch zahlreiche Versuche, dies zu verbessern, konnten die Probleme nicht grundlegend beseitigen.

Die Defizite wurden mit der Einführung der D.H.5 weitgehend überwunden. Obwohl einige D.H.2-Maschinen im Mittleren Osten (schwerpunktmässig bei der 47.Staffel) und bei Trainingseinheiten in Grossbritannien im Einsatz waren, wurde dieses Baumuster 1917 ausser Dienst gestellt.

Insgesamt wurden etwa 450 D.H.2 an das Royal Flying Corps geliefert. Spannweite: 8,61 m, Länge: 7,68 m. Höhe: 2,90 m.
 
Die unten gebaute Maschine ist ein Revell – Bausatz 1:72 der aus der Matchbox – Versenkung  geholt wurde, der Bausatz ist neu verpackt und mit frisch gedruckten Decals ausgestattet.
 
DE HAVILLAND D.H.2, „c“ FLIGHT, NO. 24 SQUADRON, ROYAL FLYING CORPS, BERTANGLES, France, JULY 1916.